Die Ferienzeit geht zu Ende, und ab Montag geht es wieder los: Auto um Auto, Laster um Laster im Grauholz-Stau. Weshalb eigentlich, weiss niemand so genau.
Klar ist einzig: Es wird gebaut. Aber was gebaut wird, warum gebaut wird und vor allem bis wann gebaut wird, ist schleierhaft. Bei uns im Shoppyland wird auch gebaut. Doch immerhin wissen wir, was und warum gebaut wird. Und vor allem: Dass es dabei keinen Stau gibt.
Wie aber könnte man den Grauholz-Stau vermindern oder auflösen? Sollte man wie bei der SBB die Pendler belohnen, die später als um 9 Uhr durch den Knotenpunkt rauschen? Müssten gar die Fahrten beschränkt werden und an einzelnen Tagen nur Autos mit geraden, an anderen mit ungeraden Nummern durchgelassen werden? Wir vom Shoppyland haben uns natürlich auch Gedanken gemacht, was wir zur Lösung dieser Situation beitragen könnten und schlagen vor: Wie wärs, wenn zum Beispiel nur die Hälfte aller Grauholz-Durchquerer bei uns einen Stopp einlegen würde? Bei uns auf einen Kaffee vorbeikommen, ein neues Hemd kaufen oder sich Hundefutter unter die Arme klemmen? Ehrlich, das Problem wäre halb so schlimm; und die ungeliebte Fahrzeugkolonne würde sich im Nu auflösen. Wir könnten uns dann nebst dem attraktivsten auch noch als das einzige «Drive-Through-Einkaufscenter» bezeichnen. Und das geht so: Sie fahren bei uns vor, bestellen einen neuen Fernseher, Ihr Znüni-Brot oder einen neuen Anzug und fahren von dannen. Ohne Stau.
Karl Gorsatt (52) ist Leiter Einkaufscenter in der Genossenschaft Migros Aare. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem Shoppyland-Alltag.
