Die BLS setzt ihre Züge, Busse und Schiffe dort ein, wo viele Fahrgäste oder grosse Gütermengen reisen. Die Herausforderung für mich und meine Mitarbeitenden besteht darin, mit standardisierten Angeboten die unterschiedlichen Erwartungen unserer Kundinnen und Kunden zu erfüllen.
Ich bin oft unterwegs, um zu sehen, zu erleben und zu spüren, was gut ankommt und wo der Schuh drückt. Ich schätze die Zuverlässigkeit von Bahn, Bus und Schiff. Ich freue mich über die Hilfsbereitschaft unseres Personals. Ich kenne aber auch die engen Platzverhältnisse zu den Pendlerspitzen, ich ärgere mich über Fahrzeugpannen und Stellwerkstörungen, über verpasste Anschlüsse und mangelhafte Information.
Ich bin mir bewusst, dass die BLS in letzter Zeit mit Pannen und Störungen die Geduld der Fahrgäste zu oft strapaziert hat. Es ist eines meiner Ziele, dass die Qualität unserer Dienstleistungen besser wird. Daran müssen wir alle jeden Tag von neuem arbeiten.
Das System Eisenbahn braucht viel Zeit, um sich zu verbessern. Neues Rollmaterial hat eine Beschaffungszeit von mehreren Jahren, Infrastrukturausbauten können für Plangenehmigung und Finanzierung und wegen der Einsprachen gar Jahrzehnte dauern. Das ist auch für mich als BLS-Chef oftmals ein Ärgernis. Ich verstehe deshalb die Ungeduld unserer Kundinnen und Kunden gut. Es geht mir genauso!
Bernard Guillelmon (42) ist der Chef des Berner Bahnunternehmens BLS. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem BLS-Alltag.
