Der Chef bloggt...


Archiv für Juli 2009

Qualität muss jeden Tag neu erarbeitet werden

beatrdt am Freitag den 31. Juli 2009 um 08:41 Uhr

Die BLS setzt ihre Züge, Busse und Schiffe dort ein, wo viele Fahrgäste oder grosse Gütermengen reisen. Die Herausforderung für mich und meine Mitarbeitenden besteht darin, mit standardisierten Angeboten die unterschiedlichen Erwartungen unserer Kundinnen und Kunden zu erfüllen.

Ich bin oft unterwegs, um zu sehen, zu erleben und zu spüren, was gut ankommt und wo der Schuh drückt. Ich schätze die Zuverlässigkeit von Bahn, Bus und Schiff. Ich freue mich über die Hilfsbereitschaft unseres Personals. Ich kenne aber auch die engen Platzverhältnisse zu den Pendlerspitzen, ich ärgere mich über Fahrzeugpannen und Stellwerkstörungen, über verpasste Anschlüsse und mangelhafte Information.

Ich bin mir bewusst, dass die BLS in letzter Zeit mit Pannen und Störungen die Geduld der Fahrgäste zu oft strapaziert hat. Es ist eines meiner Ziele, dass die Qualität unserer Dienstleistungen besser wird. Daran müssen wir alle jeden Tag von neuem arbeiten.

Das System Eisenbahn braucht viel Zeit, um sich zu verbessern. Neues Rollmaterial hat eine Beschaffungszeit von mehreren Jahren, Infrastrukturausbauten können für Plangenehmigung und Finanzierung und wegen der Einsprachen gar Jahrzehnte dauern. Das ist auch für mich als BLS-Chef oftmals ein Ärgernis. Ich verstehe deshalb die Ungeduld unserer Kundinnen und Kunden gut. Es geht mir genauso!

Bernard Guillelmon (42) ist der Chef des Berner Bahnunternehmens BLS. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem BLS-Alltag.

Werte in der Krise

beatrdt am Donnerstag den 30. Juli 2009 um 15:48 Uhr

Beschäftigt Sie die Wirtschaftskrise? Welche Werte haben Sie? Wo setzen Sie Ihre Prioritäten? Ich setzte mich seit einiger Zeit intensiv mit diesen Themen auseinander.

Die BLS als integriert geführte Bahn bringt vielseitige Dienstleistungen auf den Markt. Die Palette reicht vom regionalen Personenverkehr auf Schiene und Strasse über den Autoverlad, die Schifffahrt auf dem Thuner- und Brienzersee, den Bau und Betrieb der Infrastruktur und die Dienstleistungen der Werkstätten bis zum Güterverkehr. Die aktuelle Wirtschaftslage trifft unser Unternehmen in mehreren Bereichen. Besonders stark spüren wir den Rückgang im Güterverkehr. Im Personenverkehr ist der konjunkturelle Einfluss weniger frappant, doch der Druck der Kantone als Besteller nimmt stetig zu. Demzufolge müssen wir als Gesamtunternehmen effizienter werden. Dies bedeutet, auch den Mut zu haben, Bewährtes zu hinterfragen.

In Bezug auf die Ursachen, die zur heutigen Krise führten, sollten wir uns stets daran erinnern, dass die Wirtschaft im Dienste der Menschen steht und nicht umgekehrt. Als Unternehmensleiter bin ich überzeugt, dass wir neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch für die Werte verantwortlich sind. Die Sinngebung muss für unsere Führungskräfte ebenso eine Priorität darstellen wie die Effizienzsteigerung.

Der direkte Kontakt zu den Mitarbeitenden

beatrdt am Dienstag den 28. Juli 2009 um 09:54 Uhr

Für mich als Chief Executive Officer oder kurz CEO der BLS ist es wichtig, den direkten Kontakt zur Basis zu pflegen. Bei einem Personalbestand von rund 2700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist dies allerdings nicht mit jedem einzelnen möglich.

Ich könnte wohl in Oberburg, Bönigen, Spiez oder Frutigen in ein Büro «hineinschneien» und anfangen zu diskutieren, habe da aber einige Hemmungen, Mitarbeitende bei der Arbeit zu stören. Dies gilt auch, wenn ich zu einem Lokführer gehe. Da frage ich zuerst, ob ich willkommen bin, wenn ich eine bestimmte Strecke mitfahre, denn das ist sein Arbeitsplatz, und im Führerstand ist er bekanntlich «le seul maître à bord».

Um den direkten Kontakt zu pflegen, organisiere ich zehn Mal im Jahr ein Frühstück, an dem ich 10 bis 15 zufällig ausgesuchte Mitarbeitende treffe. Hier ergibt sich für mich die Chance, mit ihnen über Dinge zu sprechen, die sie speziell beschäftigen. Ein immer wiederkehrendes Thema ist die Zukunft ihrer Pensionskasse, der Ascoop.

Was mich bei solchen Treffen fasziniert, ist der spürbare Zusammenhalt und die starke Identifizierung der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen. Dies und die Flexibilität der Mitarbeitenden machen die Stärke der BLS aus.

Schiff fahren bringt Zeit und Musse

beatrdt am Montag den 27. Juli 2009 um 08:10 Uhr

Wie reist eigentlich ein Bahnchef? Mit dem öffentlichen Verkehr, werden Sie sagen. Bei mir war das immer so, ich reise vorwiegend mit Bus und Bahn. Dennoch – auch in meiner Garage steht ein Kleinwagen. Für mich geht es darum, das entsprechende Verkehrsmittel sinnvoll und auf den Zweck ausgerichtet einzusetzen, das Schwergewicht lege ich auf den öffentlichen Verkehr.

Diese Haltung will ich meinem vierjährigen Sohn weitergeben. So bin ich mit meiner Familie meist «öffentlich» auf Reisen. Unser Sohn geniesst im Zug mehr Bewegungsfreiheit und Platz. Mehrmals jährlich trifft man uns auch auf den schönen Schiffen der BLS an. Unser Sohn ist schon ein echter Fan der Schifffahrt, er kennt viele Mitarbeitende besser als ich.

Schiff fahren bringt Zeit und Musse. So denke ich durch die «betriebswirtschaftliche Brille» darüber nach, ob die Schifffahrt bei der BLS überhaupt eine Existenzberechtigung hat – generiert sie doch lediglich 1,5 Prozent des Umsatzes und gehört renditemässig nicht zu den Glanzlichtern unseres Unternehmens

Von der Reling der «Blümlisalp» schwenkt mein Blick über den Thunersee zum Niesen – und verflogen sind meine Gedanken. Solche emotionalen Momente sind es, die – neben der grossen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Schifffahrt – für das Berner Oberland wichtig sind. Deshalb: Die Schifffahrt auf den Oberländer Seen muss am Leben bleiben. Ich bin überzeugt, dass die Region und unser Unternehmen gemeinsam und langfristig deren Zukunft sichern können.

Bernard Guillelmon (42) ist der Chef des Berner Bahnunternehmens BLS. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem BLS-Alltag.

Was sucht ein Maserati am Inselspital ?

beatrdt am Freitag den 24. Juli 2009 um 08:29 Uhr

Diesen Blog widme ich der Forschungstätigkeit meines ärztlichen Teams, welches aus Assistenten, Oberärzten und Leitenden Ärzten besteht. Diese Stufen widerspiegeln die klinische Verantwortung und die Vertiefung in einem Spezialgebiet der Viszeralchirurgie. Die meisten Mitarbeitenden sind nicht nur klinisch aktiv, sondern auch in Forschung und Entwicklung involviert. Einige betreuen klinische Projekte, in denen der Einfluss einer bestimmten medizinischen Behandlung untersucht wird (z.B. der Einsatz von Computernavigation im Operationssaal). Andere betreiben Laborforschung (z.B. neue Möglichkeiten der Behandlung bei Leber- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs). Allen wissenschaftlichen Arbeiten gemeinsam ist, dass sie einen langen Atem brauchen und das Produkt einer intensiven Zusammenarbeit darstellen. Letzteres ist besonders faszinierend, denn unsere Forschungsnetzwerke erstrecken sich über mehrere Kontinente. Zurzeit sind acht Nachwuchsleute unserer Klinik für ein bis zwei Jahre im Ausland, um spezielles Wissen zu erwerben. Die laufenden Kosten für die Forschung werden nur zu einem kleineren Teil vom Spital oder der Universität getragen. Ein bedeutender Teil stammt aus Mitteln, die im offenen Wettbewerb durch Fonds und Stiftungen vergeben werden. Schliesslich investiere ich gut 30 Prozent der Einnahmen aus der privatärztlichen Tätigkeit in unsere Forschungsprojekte. Einen Teil davon gemeinsam mit den anderen Chefärzten des Inselspitals, damit auch ein grosser «Lupf» gelingt. Dieses Geld hätte schon für manchen Maserati gereicht. Doch selbst diese edlen Fahrzeuge rosten, während Forschung die Medizin in kleinen Schritten nach vorne bringt.

Professor Daniel Candinas (48) ist Chefarzt der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem Insel-Alltag.

Aus dem Nähkästchen

beatrdt am Donnerstag den 23. Juli 2009 um 11:59 Uhr

Gestern widmete ich nur vier  Stunden meinen Führungsaufgaben und verbrachte den Tag und die halbe Nacht im Operationssaal. Wir unterscheiden Notfall- und Wahloperationen.  Gewisse Notfalloperationen müssen innert kürzester Zeit erfolgen, andere (wie Lebertransplantationen) sind nur bezüglich des Operationszeitpunktes ungewiss. Wahloperationen, für mich meist Eingriffe bei Tumorleiden, kann man im Voraus planen. Man hat genügend Zeit für Abklärungen und kann über Folgen und Chancen in Ruhe sprechen. Auch die Optimierung des Ernährungszustandes, vorbereitende Chemo- oder Radiotherapien können eingeplant werden. Ich achte immer darauf, dass die Marschroute allen Beteiligten im Voraus bekannt ist, sodass am Vorabend eine kurze Standortbestimmung ausreicht. Am Operationstag selbst beträgt die Vorbereitungszeit für die Narkose und Lagerung oft über eine Stunde, dann folgt ein mehrstündiger Eingriff und schliesslich die Narkoseausleitung. Postoperativ erfolgt die Betreuung  in der Intensivstation oder im Aufwachraum.  Lange Eingriffe vergleiche ich mit langen Bergtouren. Man muss seine Kräfte einteilen, sodass immer etwas Reserve für steile Passagen bleibt. Ablenkung durch Lärm und «Geläuf» stören mich sehr, und wir haben auch herausgefunden, dass die Infektionsrate durch Disziplin im OP positiv beeinflusst wird. Was mich im neuen OP-Trakt stark fasziniert, ist die gute Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Partnern. Seit wir im INO (Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrum) operieren, kommt es kaum mehr vor, dass wir Eingriffe verschieben müssen. Ich denke, dass sich diese Investition wirklich gelohnt hat.

Professor Daniel Candinas
(48) ist Chefarzt der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem Insel-Alltag.

Mit dem Messer geht es nur manchmal besser

beatrdt am Dienstag den 21. Juli 2009 um 09:44 Uhr

Montag war wie ein Ritual, dessen Ende sich in die Nacht projiziert. Nach dem Morgenrapport, bei dem die Notfälle besprochen werden, geht es in einen Marathon von internen Sitzungen. Wie eine Erlösung erscheint mir die Sprechstunde – am ersten Tag nach den Ferien dicht befrachtet. Einige Patientinnen und Patienten kenne ich seit Jahren; viele haben ein Tumorleiden und grosse, oft mehrere Operationen erlebt. Das Verhältnis ist oft herzlich, sind wir doch einen langen Weg miteinander gegangen. Einige treffe ich zum ersten Mal, sie bringen komplexe Probleme mit. Häufig handelt es sich um Zuweisungen aus anderen Spitälern, die sich vernünftigerweise bei vertrackten Fragen an die Uniklinik wenden. Es ist wie überall: Die Qualität und die Kosten stehen in direkter Beziehung zu den Fallzahlen eines Operateurs und eines Teams. So entsteht eine sinnvolle Rollenverteilung im Gesundheitswesen. Seit einigen Jahren beobachte ich, dass die Zusammenarbeit mit öffentlichen Spitälern immer enger wird. Die meisten erachten es nicht als unter ihrer Würde, zum Beispiel Leber- oder Bauchspeicheldrüsen-Eingriffe dorthin zuzuweisen, wo sie fast täglich gemacht werden, statt es wenige Male im Jahr selber zu versuchen. Gestern musste ich allerdings zwei Patienten, die mit Frage nach Operation zugewiesen wurden, einen anderen Rat geben als der erwartete. Nicht alles, was technisch operabel ist, ist auch biologisch sinnvoll, zumutbar und langfristig erfolgreich. Obwohl ich immer wieder von Leuten vernehme, die nur hören wollen, was sie nicht schmerzt, deckt sich dieser Eindruck nicht mit meiner Erfahrung. Ein offenes Gespräch ist die beste Grundlage vor einem grossen Eingriff.

Professor Daniel Candinas (48) ist Chefarzt der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem Insel-Alltag.

Handwerkliche Kunst mit Innereien

beatrdt am Sonntag den 19. Juli 2009 um 17:45 Uhr

Gemischt sind die Gefühle, nach einigen Ferientagen wieder zur Arbeit zu gehen. Über den Verlauf kritischer Patienten und schwierige Verlegungen, die wir aus diversen Spitälern übernommen haben, wurde ich auf den Alpwiesen meiner Ferienwanderungen informiert. Während ich mich freue, Patientinnen und Patienten und das Team zu sehen, muss ich mich überwinden, die eingegangene Korrespondenz  durchzugehen. Tröstlich ist, dass die Details zur angekündigten Budgetkürzung (bei mehr Leistung) im Postfach erst weiter unten zum Vorschein kommen werden.

Zunächst darf aber geblogt werden. Da ich dies eine Woche lang tun werde, lohnt sich eine Begriffsklärung: Als Chefarzt der «Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin» beschäftige ich mich mit allen Aspekten der Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und anderer innerer Drüsen. «Viscera» bedeutet auf Lateinisch soviel wie «Innereien» und das Altgriechische «Chirurgie» kann als «handwerkliche Kunst» übersetzt werden. Chirurgen sind demnach operativ tätige Ärzte, während der Begriff «Medizin» diejenigen Spezialisten meint, die sich mit der Diagnosestellung und der nicht-operativen Behandlung von Erkrankungen  beschäftigen. International einzigartig an unserer Klinik ist, dass alle Spezialisten, die sich mit den genannten Organen beschäftigen, unter dem Dach einer gemeinsamen Klinik organisiert sind. Dies erhöht zwar unseren organisatorischen Aufwand, erleichtert aber für Patientinnen und Patienten die koordinierte Betreuung durch diverse Spezialisten bei komplexen Fragestellungen. 

Professor Daniel Candinas (48) ist Chefarzt der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem Insel-Alltag. 

Kurt hält den Laden offen

beatrdt am Freitag den 17. Juli 2009 um 08:54 Uhr

Sie kennen Kurt nicht?  Kurt Staudenmann ist Geschäftsführer im Chäsbueb, an der Kramgasse in Bern. Er hegt und pflegt mit Liebe und Hingabe eine höchst vielfältige Käsetheke. Morgens, wenn wir uns nochmals im Bett umdrehen,  ist er bereits im Geschäft, macht die Käsetheke bereit und rüstet Bestellungen. Um 8 Uhr kommen die ersten Kunden. Nach Ladenschluss wird aufgeräumt und gereinigt. Erst dann fährt Kurt nach Hause.
Er ist einer unserer vielen  Mitarbeitenden und führt die wohl kleinste selbstständige Einheit der Emmi-Gruppe. Der Laden gehört der  Baumann Käse, einer Unternehmung der Emmi-Gruppe.
Zum Glück hat Kurt den Laden geöffnet. Wenn nicht, hätte Emmi ein kleines Problem. Ich habe grosse Achtung vor der Leistung und dem Einsatz der vielen Kurts.  Sie sind es, die die Leistungsfähigkeit unserer Unternehmung ausmachen.
Die «Kleinen» fordern  uns immer wieder heraus. Sie  sind agil, nahe am Kunden, stellen kritische Fragen zur Gestaltung von Strukturen und Prozessen und zur Notwendigkeit dieser und jener Regelung. Umgekehrt profitieren sie von den «Grösseren», etwa bei der Entwicklung ihrer Geschäftseinheiten oder in der Buchhaltung. Es sind diese Unterschiede, die uns eine Ideenvielfalt ermöglichen und helfen, Prozesse zu vereinfachen. Es sind die Menschen, welche ganz besonders in der Lebensmittelindustrie im Zentrum stehen. Unsere Mitarbeitenden sind gleichzeitig auch unsere Konsumenten. Und das spüren wir täglich!
Während wir draussen schwitzen, hält Kurt den Laden offen – und Daniel hält einen Temperaturunterschied von 55 Grad aus. Weshalb? Das lesen Sie morgen.

Max Peter (55) ist Mitglied der Emmi-Konzernleitung und verantwortlich für  den Bereich  Handel&Supply Chain Management.  Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint.

Schwarz – Weiss

beatrdt am Donnerstag den 16. Juli 2009 um 08:30 Uhr

Schwarz und Weiss sind wohl nicht die Farben der Berner. Eher Gelb und Schwarz oder Rot, Gelb und Schwarz. Gratuliere zum gelungenen Meisterschaftsstart von YB.
Aber bleiben wir bei Schwarz und Weiss. Für viele bedeuten Schwarz  und Weiss Gegensatz oder Kontrast. Für wenige bildet Schwarzweiss eine Symbiose.  Ich bin der Ansicht, dass es sehr wohl Symbiosen gibt. Nehmen Sie einmal Milch. Wunderbares Weiss. Und dann frisch zubereiteten Espresso. Herrliches Schwarz. Im richtigen Verhältnis erhalten sie einen erfrischenden kühlen Caffè Latte. Den können Sie  auch selbst zubereiten. Aber jederzeit, überall, gekühlt, im Becher? Nach Lust und Laune mal stark, mal caramelisiert, ohne Laktose, ohne Zucker?
Ohne die Konsumenten würden wir gar nichts verkaufen. Sie alleine bestimmen, ob unsere Produkte erfolgreich sind oder nicht. Die Ideen kommen aus verschiedensten Quellen. Konsumentenfeedbacks, Gedanken unserer Kunden und Lieferanten, Informationen aus anderen Weltregionen. All das wird von den Entwicklungs- und Marketingteams aufbereitet und zu einer konkreten Lösung, einem konkreten Produkt entwickelt.
Erste Ideen werden sozusagen handwerklich umgesetzt. Ähnlich , wie sie eine Idee in ihrer Küche umsetzen und Gästen servieren. Erste Degustationen erfolgen sehr rasch. Und dann gehts weiter, Kunden werden involviert, und wenn die Akzeptanz vorhanden ist, kann an die Umsetzung im industriellen Massstab gedacht werden. So zum Beispiel von Caffè Latte Zero. Auf Grund vieler Konsumentenreaktionen ist dieses Produkt entstanden und wird seit wenigen Wochen verkauft. Obs ein Renner wird?

Max Peter (55) ist seit 2002 Mitglied der Emmi-Konzernleitung. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog
erscheint, aus dem Emmi-Alltag.  Peter  ist bei Emmi Leiter Konzernentwicklung.



© Tamedia AG